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Fragen und ihre Antworten_01: Gibt es einen Beweis für die Reinkarnation der Seele? Begeben wir uns doch einfach einmal auf Spurensuche. Wir tasten uns zur Wahrheit vor, die, von dornigem Gestrüpp überwuchert, seit Jahrhunderten still und friedlich vor sich hinschlummert - und nun endlich wiedererweckt werden will, wie weiland das vom Prinzen wachgeküsste Dornröschen. Der edle Prinz, das sind wir, die Menschheit; die Disteln und Dornen aber, die die Wahrheit verbergen, das sind unsere Schwächen - die negativen Eigenschaften unserer Seele, die uns in unserer Selbstsucht und Verblendung von der Wahrheit trennen. Lassen wir an dieser Stelle das bekannteste Buch der Welt, die Bibel, zu Wort kommen (Brief des Jakobus, Kap. 3, Vers 6):
Die großen Bibelübersetzer standen vor nahezu unlösbaren Aufgaben. Luther schreibt in einem Brief aus dem Jahr 1528: „Was ist das für ein großes, beschwerliches Werk, die hebräischen Erzähler zu zwingen, deutsch zu reden. Wie sträuben sie sich, da sie ihre hebräische Ausdrucksweise nicht verlassen und sich dem groben Deutsch nicht anpassen wollen, gleich als ob man eine Nachtigall zwänge den Kuckuck nachzuahmen, (-) dessen eintönige Stimme sie verabscheut (-), ihren melodischen Gesang aufzugeben.”. Vier Übersetzungen eines Bibelverses, vier verschiedene Formulierungen - und der Ursprung? In den griechischen Abschriften ist vom „trochos tes genesos” die Rede, wörtlich übersetzt dem „Rad der Genesung”, im weiter gefassten Sinn dem „Rad der Entstehung, dem Rad des Lebensbeginns, der Geburt”. Hier sieht man, dass Hieronymus, zeitlich den Ereignissen der Bibel am nächsten, auch am präzisesten übersetzt: „rotam nativitatis nostrae”, „unser rotierendes Geburtsrad” - ein eindeutiger Hinweis auf die Reinkarnation der Seelen (für den, der hier weiterforschen möchte, empfiehlt sich das Studium der Apokryphen, die im Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit immer noch ein Schattendasein führen [z.B. das von Székely übersetzte Evangelium Des Vollkommenen Lebens]). Das sich immer wieder von neuem drehende Rad der Wiedergeburt durchzieht wie ein roter Faden die Mysterienreligionen der alten Welt, aber auch die Weisungen der großen Gelehrten der Antike: denken wir nur an Pythagoras′ Lehre von der „Seelenwanderung”, an die stoische Philosophie oder an die orphischen Weihen, an Platon, Plutarch, Hermes Trismegistos bis hin zu Seneca, dem römischen Staatsmann; an das Isismysterium der Ägypter (Mozart/Schikaneder, Zauberflöte!) - oder an die Vorstellungen von der Wiedergeburt im Buddhismus und Hinduismus; doch selbst im Judentum und Urchristentum war das Wissen um die Wiederkehr der Seele weit verbreitet (Gnostizismus). So lesen wir in Matthäus 16, 13ff.:
Und was sagt Jesus selbst? Im Gespräch mit Nikodemus, einem führenden Pharisäer, antwortet Jesus (Johannesevangelium, Kap. 3, 5ff.):
Jesus Christus war eine stark intuitiv veranlagte Persönlichkeit; er sprach gerne in Metaphern (bildhaften Vergleichen). Auch Johann Wolfgang von Goethe bediente sich ihrer. Anfangs- und Endvers (symbolisch für „Α” und „Ω”, Anfang und Ende) eines seiner Gedichte seien hier wiedergegeben (Gesang der Geister über den Wassern): „Des Menschen Seele Für diejenigen Menschen, denen Metaphern nicht so geläufig sind, seien die Bilder, die Jesus und Goethe gebrauchen, in folgender Tabelle aufgeschlüsselt.
Es ist sehr wichtig, zu begreifen, dass die Geburt eines Menschenkindes nicht die Erschaffung einer neuen Seele beinhaltet. Alle Seelen wurden von Gott vor langer Zeit als geistige Wesen geplant und in seiner Schöpfung „in einem Rutsch” erschaffen (Gott arbeitet effektiv!). Diesen Sachverhalt umschreibt der Kirchenlehrer Origines (* 185, † 254 an den Folgen der Folter) mit dem Ausdruck der „Präexistenz der Seele”. Vielleicht verstehen Sie jetzt besser, warum die Entwicklungsstufen der Menschen, denen wir alltäglich begegnen, so unglaublich unterschiedlich sind. Wieviel Eltern können nicht ein Lied davon singen: das eine Kind ein Sonnenschein, das andere zum verzweifeln - gleiche Bedingungen, gleiche Erziehung, gleiche Ernährung. Ungerechtigkeit des Schöpfers? Eine Laune der Natur? Das wäre sicherlich die einfachste Deutung. Doch prüfen Sie einmal, ob es nicht auch sein könnte, dass der Entwicklungsstand eines Menschen, wie er sich auf der Erde offenbart, dem Entwicklungsgrad seiner Seele entspricht, und diese tatsächlich schon sehr viel länger existiert, als es die irdischen Lebensjahre vermuten lassen. Trägt er für die sinnvolle Entfaltung seiner Seele nicht vollkommen alleine die Verantwortung? Alle seelischen Werte müssen erarbeitet werden, und sie gehen nie mehr verloren - sofern die Seele ewig zu leben vermag. Ob Gesundheit, Musikalität, Sprachintelligenz, das Erkennen von Schönheit, oder unzählige andere Talente - von nichts kommt nichts. Die Seele wurde mit einem freien Willen erschaffen, und deshalb muss sie sich jeden Tag von neuem überwinden - oder auch nicht; denn niemand, auch Gott, ihr Schöpfer nicht, kann und darf sie zu „ihrem Glück” zwingen. Jeder muss selbst entscheiden, ob sich ewige Entwicklung und Entfaltung für ihn lohnen. Und hier schließt sich der Kreis - - - lohnt es sich, die Reimschmiedekunst unserer Dichter, die Sprachgewalt Nietzsches, das Farbgefühl van Goghs, das Formempfinden Rodins, oder die intuitive Erkenntnisfähigkeit Einsteins zu erwerben? Jede Seele kann alles erreichen, denn sie ist ihrer Natur nach unbegrenzt - wie Gott, dessen Kind und ihm entgegenwachsendes Ebenbild sie ist. | ||||||||||||||||
![]() | „Wer sich um Persönlichkeitsentfaltung und hochwertige Ernährung bemüht, wird jeden Tag mit mehr Intelligenz und Gesundheit in der Seele belohnt. Die Intuition verstärkt sich.” „Die Intuition aber ist der direkte Zugang zur Wahrheit im Universum.” | |||||||||||||||
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